Der Befund der bakteriellen Vaginose umfasst unter anderem mikrobiologische Kriterien.

Wie der Arzt bakterielle Vaginose diagnostiziert

Mit ca. 20 % macht die bakterielle Vaginose einen Großteil der Anlässe für den Besuch beim Frauenarzt aus. Insbesondere während der Schwangerschaft sollten Sie im Zweifelsfall lieber frühzeitig Ihren Gynäkologen zu Rate ziehen. Das gilt auch, wenn keine gravierenden Beschwerden vorliegen.

Neben der „Geruchsprobe“ hat der Arzt noch andere Möglichkeiten, eine bakterielle Vaginose zu diagnostizieren. Er wendet hierfür die vier sogenannten Amsel-Kriterien an:

1. Messung des vaginalen pH-Werts

Bei einer bakteriellen Vaginose ist der pH-Wert des Vaginalsekrets höher als 4,5.

2. Beurteilung des Fluor vaginalis

Ein dünnflüssiger, homogener Ausfluss spricht für eine bakterielle Vaginose.

3. Nachweis des Amingeruchs

Der unangenehme Fischgeruch verdeutlicht sich bei Zugabe von 10 %iger Kalilauge zu einem Tropfen Vaginalsekret auf dem Objektträger-Ausstrich.

4. Clue-Cells

Für eine bakterielle Vaginose spricht außerdem der mikroskopische Nachweis von mehr als 20 % sog. Clue-Cells im Abstrich. Diese Zellen fallen unter dem Mikroskop durch ihr besonderes Aussehen auf, da sie mit Bakterien übersät sind.

Eine bakterielle Vaginose liegt vor, wenn mindestens drei dieser vier Kriterien erfüllt sind. So stellt ein pH-Wert Test auf bakterielle Vaginose nur ein Kriterium der Diagnosestellung dar.