Eine sichere Diagnose auf bakterielle Vaginose kann der Arzt z. B. anhand der sogen. Amsel-Kriterien stellen.

Bakterielle Vaginose oder Scheidenpilz?

So erkennen Sie den Unterschied!

Bakterielle Vaginose ist die häufigste mikrobiologische Störung des Scheidenmilieus.1) Sie macht etwa 30–40 % aller Vaginalinfektionen in Westeuropa aus. Nur 20–30 % entfallen auf Candida-Infektionen, also einen Befall mit Hefepilzen. Scheidenpilz jedoch ist wesentlich bekannter in der Bevölkerung, weshalb viele Frauen bei den ersten Symptomen vorschnelle Schlüsse ziehen: Tatsächlich handelt es sich nur bei 34 % dieser Selbstdiagnosen um eine Pilzinfektion.2) Die folgende Aufstellung kann Ihnen helfen, die Unterschiede zu erkennen und die Erkrankung besser einzuordnen.

Bakterielle Vaginose

  • grau-weißer, dünnflüssiger, homogener Ausfluss
  • fischiger Geruch
  • keine Rötung

Scheidenpilz

  • gelblicher oder weißer, krümeliger Ausfluss
  • geruchlos
  • starker Juckreiz
  • Rötung im Bereich der Schamlippen
  • Brennen beim Wasserlassen

Hinweis:

Diese Aufstellung dient nur Ihrer Orientierung. Lassen Sie bei Krankheitsverdacht bitte grundsätzlich die Symptome von Ihrem Arzt abklären.

1) S1 Leitlinie Bakterielle Vaginose in der Gynäkologie und Geburtshilfe, AWMF – Leitlinien-Register Nr. 015/028, Entwicklungsstufe 1, Stand: 07/2013 (Abgelaufen 08/2016) 
2) Ferris et al. Obstet Gynecol 2002:99(3):419-25.